Joachim Tonn, Hürther SPD – Antrag: Flüchtlinge menschenwürdig unterbringen und soziale Konflikte vermeiden

Joachim-Tonn

Schlimme Bilder sehen wir im Fernsehen: Kriege, Gräueltaten islamistischer Terroristen, überquellende, riesige Zeltstädte für Flüchtlinge im Nahen Osten, Menschen, die hungrig aus Nordafrika kommend ihr Leben auf seeuntauglichen Booten riskieren, um Europa zu erreichen. Viele ertrinken. Immer mehr Flüchtlinge kommen auch nach Deutschland. Die Landesregierung rechnet im Vergleich zu 2013 mit einem Zuwachs von mindestens 37.000 neuen Asylbewerbern. Das ist gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg um fast 60%.

All das hat Auswirkungen auf Hürth. Von Januar 2013 bis August 2014 stiegen die Asylbewerberzahlen von 89 auf 186. Wie sieht das praktisch aus? Die in NRW für die Verteilung und Zuweisung auf die 396 Städte und Gemeinden des Landes zuständige Bezirksregierung Arnsberg ruft beim Sozialamt der Stadt Hürth an oder schickt eine Mail mit der Aufforderung, in 2 – 3 Tagen oder manchmal auch am Folgetag z. B. eine Flüchtlingsfamilie aus einer Einrichtung abzuholen und in Hürth menschenwürdig unterzubringen. Das Sozialamt organisiert den Transport und bringt die Menschen in einem der z. Zt. 8 städtischen Übergangsheime unter. Am 08.09.2014 waren dort gerade noch 24 Plätze verwendbar.

Die Flüchtlinge dürfen am Anfang weder arbeiten noch die Stadt verlassen. Ein Dach haben sie über dem Kopf und werden mit Nahrungsmitteln sowie medizinisch grundversorgt. Viele helfen ihnen oder wollen helfen: Die städtischen Hausmeister der Heime im Rahmen ihrer Möglichkeiten, soziale Einrichtungen, Männer und Frauen z. B. aus Kirchengemeinden und anderen Religionsgemeinschaften.

Angesichts der zu erwartenden Herausforderungen müssen wir noch mehr tun, nämlich weitere geeignete Unterkünfte bereitstellen und die Flüchtlinge möglichst gleichmäßig auf die Hürther Ortsteile verteilen, um sozialen Konflikten entgegenzuwirken. Deswegen hat unsere Stadtratsfraktion im Integrationsrat einen Antrag gestellt und die Verwaltung gebeten, entsprechenden Wohnraum zu suchen. bzw. zu schaffen. Es soll geprüft werden, ob weitere hauptamtliche städtische Kräfte zur Betreuung erforderlich sind und ob Drittmittel eingeworben werden können. Schließlich sollen alle Akteure und Interessenten in diesem Bereich durch einen runden Tisch vernetzt werden und die Verwaltung soll regelmäßig in den zuständigen Ausschüssen berichten.

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